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ROMAN / 1977

Der Abschiedswalzer

Milan Kundera erzählt mit ungeheurem Witz und tanzender Leichtigkeit von einem böhmischen Kurort, dessen Quellwasser die Frauen von ihrer Unfruchtbarkeit heilen soll. Hier begegnen sich: Die Krankenschwester Rosa, die nach nur einer Nacht mit Klima, dem Trompeter des Kurortorchesters, schwanger wird; Klima, der seine Frau Kamila liebt und Rosa zur Abtreibung drängt; Franta, der wiederum Rosa abgöttisch liebt; der Gynäkologe Dr. Skreta und Jakub, der das Land verlassen will und sich von seiner Ziehtochter Olga verabschieden muss. Ein rasanter Walzer rund um die ewigen Fragen: warum macht die Liebe alles nur komplizierter? Und was bedeutet wirklich Freiheit? 
Fischer Verlag, online: https://www.fischerverlage.de/buch/milan-kundera-abschiedswalzer-9783596197385


Auszug aus dem Roman

Es waren Augenblicke absoluter Hellsichtigkeit, aber auch absoluter Gerührtheit; diese Frau hatte ihn nämlich schon geliebt, al ser noch unbedeutend gewesen, alles für ihn zu wesen war, sie war immer bereit gewesen, alles für ihn zu opfern, sie verstand seine Gedanken blind, er konnte mit ihr über Armstrong und über Strawinsky, über Belangloses und über Sorgen sprechen, sie stand ihm von allen am nächsten… Er stelte sich vor, dass dieser süße Körper, die ses süße Gesicht tot wären, und es schien ihm, als könnte er sie keinen einzigen Tag überleben. Er wusste, dass er fähig war, sie bis zu seinem letzten Atemzug zu beschützen, fähig, sein Leben für sie hinzugeben. Aber dieses Gefühl atemberaubender Liebe war nur ein sekundelanges, kraftloses Aufflackern, denn sein Denkes blieb von Angst und Frucht erfüllt. Er lag neben Kamila, wusste, dass er sie grenzenlos liebte, und war doch abwesend. Er streichelte ihr Gesicht, alss streichelte er es aus einer unermesslichen Entrfernung von Hunderten von Kilometern.

Fischer Taschenbuch, 2013, SS. 26

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Über den Roman

Wissen Sie, wer die größten Misogyne auf der Welt sind? Die Fauen. Meine Herren, kein Mann, nicht einmal ein Herr Klima, der schon von zwein Damen mit einer Schwangerschaft geleimt wurde, verspürt Frauen gegenüber einen solchen Hass, wie Frauen ihn überhaupt um uns? Nur, um ihre Kolleginnen zu verletzen und zu demütigen. Gott hatt den Frauen den Hass auf andere Frauen ins Herz gelegt, weil er wollte, dass die Menschheit sich vermehrt.“

Fischer Taschenbuch, 2013, SS. 46-47 .

Die Milan-Kundera-Bibliothek wird von der Südmährischen Region und der Statutarstadt Brünn finanziell unterstützt.


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